Jahreschronik 2018 – Mit Haltung voran

Jahreschronik 2018

2018 war ein Jahr der Debatten und des Aufeinanderprallens. Als Jahr der „Trotzköpfe“ sieht Zeit Online das vergangene Jahr und inszeniert prägende Köpfe als Collage. „Starrsinn und Stärke“ heißt der Artikel dazu – und diese Formulierung taugt durchaus als passendes Motiv. Denn diese Formulierung bedeutet auch: Haltung, Kante zeigen, standfest sein. Akteure in Politik, Wirtschaft und auch wir haben das in diesem Jahr getan. Einem Jahr, das für uns in mehrerlei Hinsicht besonders war. Denn 2018 feierten wir unser 30-jähriges Bestehen, zelebrierten Meilensteine und fügten mit einem erfolgreichen Geschäftsjahr gleich den nächsten hinzu.

Streits und Debatten

Auch auf der großen Bühne hielt 2018 einige Herausforderungen, einige Konflikte parat. In der Politik begannen sie direkt im Januar, mit den Koalitionsgesprächen zwischen Union und SPD, die sich bis zum 7. Februar zogen. „Nur“ 171 Tage nach der Bundestagswahl wurde Angela Merkels viertes Kabinett vereidigt. Und die neue große Koalition erlebte einen enorm holprigen Start, geprägt durch zahlreiche Streits und Krisen: Von Asylkonflikt über Baukindergeld und Dieselskandal bis zum Umgang mit dem Mob in Chemnitz und der Debatte um die Demission von Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen – da war für jeden Politikverdrossenen etwas dabei. Die Quittung in Form von Wahlniederlagen, die Union und SPD im Jahresverlauf erlitten, überraschten eigentlich niemanden – außer Union und SPD. Doch auch über die Grenzen der GroKo hinaus wurde heftig gestritten: Ob es um Donald Trumps vielfältige Manöver ging, die Verbündete wie die Opposition irritierten und im Government Shutdown gipfelten, die Brexit-Debatten, die französischen Gelbwesten, die bei ihren Protesten auch signifikante Sachschäden verursachten, oder die teils eskalierenden Proteste im Hambacher Forst.

Nun ist ja Streit nicht per se etwas Schlechtes. So war 2018 auch ein Jahr, in dem Diskussionen sichtbar wurden. In dem Menschen mit ihrer Stimme eintraten für das, was ihnen wichtig ist. Die prägendsten Debatten-Hashtags auf Twitter waren dieses Jahr #WirSindMehr als Reaktion auf die Ausschreitungen in Chemnitz, #MeToo, #ReconquistaInternet, #EsReicht sowie #Unteilbar. Eine Art Rückeroberung des digitalen Raums für Debatten, wobei die Diskussionskultur sicher noch stark ausbaufähig ist.

Fakenewsfighter Wand; Wall of Fake

Unsere “Wall of Fake” auf der re:publica18

Auch Fink & Fuchs leistete seine Beiträge, im Kommunikationsumfeld für das einzutreten, was uns wichtig ist. Auf der re:publica im Juni mobilisierten wir #Fakenewsfighter. Mit einer eigenen Beitragsreihe traten wir ein für Trusted Content, für glaubwürdige, vertrauenswürdige Inhalte. Offene Kommunikation ist für Kommunikationsschaffende, Unternehmen, Medien und Gesellschaft unabdingbar. Der Skandal um den Spiegel-Reporter Claas Relotius hat dieser Sache einen Bärendienst erwiesen, dessen Folgen noch nicht abzusehen sind. Nur Journalismusprofessoren freuen sich vielleicht, endlich nicht mehr auf die alten, abgenudelten Skandale als Lehrmaterial angewiesen zu sein.  

Unser Jahr 2018

Auch für Fink & Fuchs begann das Jahr mit etwas, das zumindest ein paar interne Debatten nach sich zog: Mit Einführung der Focus Time steht der Mailserver jeden Mittwoch von 9:00 bis 11:00 Uhr still. Nach einigen Wochen war auch ein verändertes Verhalten zu beobachten: Wurden zunächst nur alle Mails vorgeschrieben, damit sie Punkt 11 en bloc rausgehen können, nutzten die Kolleginnen und Kollegen zunehmend die Offline-Zeit für das, wofür sie gedacht ist: Nämlich befreit vom ständigen Mail-Ping mal an Konzepten und Ideen arbeiten zu können oder sich die Zeit für ein inspirierendes Gespräch zu nehmen.

Die Focus Time ist nur eines der sichtbaren Zeichen gewesen, die unsere New Work Initiative bereits hinterlassen hat. Seit Januar begleitet uns monatlich das Veranstaltungsformat GEDANKEN TANKEN, in dem wir uns zu Themen, Fragestellungen und Trends austauschen. Auch 2019 werden uns die Impulse aus New Work begleiten und bereichern: Verschiedene Arbeitsgruppen treiben in agilen Formaten Ideen zu Kundenerlebnis, Kreativität und Produktivität voran.

Die kontinuierliche Veränderung und Weiterentwicklung von Fink & Fuchs wurde nicht nur intern sichtbar. Mit dem Relaunch der Website im Juni ist unsere Visitenkarte im Netz aufgefrischt, zeigt klar, in welchen Themenbereichen wir Profis sind, welche Referenzen wir vorzuweisen haben und welche Leistungen Fink & Fuchs bietet. Unser Innovationsraum Playroom bekam (neben seinem kleinen Geschwisterchen in München) einen digitalen Ableger, in dem wir uns mit den Chancen der Digitalisierung auseinandersetzen – und damit, Kommunikation weiterzudenken.

Jubiläen und andere Feieranlässe

Zur Jahresmitte, am 27. Juni, feierten wir unser 30-jähriges Bestehen. Und mit dem Jubiläumsclaim „Kommunikation weiterdenken“ machen wir klar, für was wir standen und stehen. 80 Mitarbeiter an drei Standorten feierten den Geburtstag mit Ansprachen, Grillfest und Aktionsprogramm. Der 20. Trainee-Jahrgang konnte bereits mitfeiern. Die Qualität unseres Trainee-Programms bescheinigt seit Oktober 2018 zusätzlich eine DAPR-Zertifizierung.

Außergewöhnliche Qualität hatten auch einige Projekte, die wir für unsere Kunden umsetzten: Mit Cisco erreichten wir beim Internationalen Deutschen PR-Preis der DPRG die Shortlist in der Kategorie Technologie & Innovation und Medien-Coverage, die selbst bis zur „Gala“ reichte. Mit dem Bundesverwaltungsamt (BVA) und der Plakatkampagne „Bewirb dich so wie du bist“ wurden wir mit dem ZEIT Karriere Award ausgezeichnet. Ein weiterer Erfolg bei der Arbeitgeberkommunikation war die Prämierung der BSI-Kampagne „Was wir wollen: Deine digitale Seite“ auf dem Zukunftskongress. Mit dem Video für die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2018 gewann das Filmteam von Fink & Fuchs zwar keinen Preis – aber mit über einer halben Million Klicks einen hauseigenen Zuschauerrekord. Ein weiteres Mal Gold gab es am 1. November: Die 5. Goldene Lilie in Folge ging an Fink & Fuchs, als Anerkennung des gesellschaftlichen Engagements. Mit dem Institut für Technologie und Arbeit (ITA) haben wir zum Ende des Jahres die Website hrm-digital an den Start gebracht, auf der sich HR-Manager zu den Herausforderungen der Digitalisierung informieren können.


Ein Rekord der anderen Art zeigt, dass das Jahr für die Digital- und Tech-Branche trotz ausgedehnter Hitze- und Trockenheitsperioden auch einige Schattenseiten aufwies. Youtube hat mit seinem eigenen Jahresrückblick Rewind binnen kürzester Zeit die meisten Dislikes auf der eigenen Plattform angesammelt und damit Justin Bieber überholt. Everyone Controls Rewind bringt es auf stolze 14 Millionen Dislikes.

 

 

Gerne zurückgespult hätte sicher auch “Die Mannschaft” ihren WM-Auftritt. Vermutlich nicht unbedingt bis zum Zeitpunkt, bevor dieses Label gesetzt wurde – über die Wirkung von Markennamen lässt sich ja trefflich streiten – aber doch bis vor die verkorkste Vorrunde. Als Gruppenletzter. Ein Beitrag für die Annalen der Fußballgeschichte, den sich die Akteure sicher gern erspart hätten. Statt über Spielerfolge wurde darüber diskutiert, dass sich Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Erdogan abbilden ließen. Und wer wann dazu was hätte sagen müssen oder auch nicht. Richtig gut waren einzelne Akteure von „Die Mannschaft“ nur in einer anderen Disziplin: Instagram. Toni Kroos bringt es laut dem Jahresrückblick der Plattform mit über 20 Millionen auf die meisten Follower in Deutschland, gefolgt von Mesut Özil. Erst dann kommen die Influencerinnen Lisa und Lena – direkt gefolgt von Manuel Neuer.

Der Hype um Instagram und das neu gestartete Instagram TV zog weiter an – genau wie die Kritik daran, dass die Plattform die Kommunikation weiter zur Selbstdarstellung verforme, psychologisch schädlich sein könne und ähnliches mehr. Wirkliche Schäden bei der Erfolgsgeschichte hinterlassen hat all das nicht. Für eine andere Plattform endete 2018 die Geschichte dagegen: Die CeBIT. 1970 nahm sie ihren Anfang. Der Turnaround zum Businessfestival in diesem Jahr misslang. Die Messe, der wir einige Jahre aufs Dach gestiegen sind, wird eingestellt. Trotz aller Kommunikationserfolge, die wir mit unserem Kunden Salesforce auch dieses Jahr im Messekontext feiern konnten. Manches endet. Man wird die üblichen Verdächtigen auf anderen Events wiedersehen.

Trends und Realitätskontrollen

Facebook hatte sich ja schon 2017 lieber auf der IAA als auf der CeBIT präsentiert. Im vergangenen Jahr hatten Mark Zuckerberg & Co. aber ganz andere Probleme. Er musste nicht nur vor dem US-Kongress Rede und Antwort stehen, eine Geschichte nach der anderen zeigte, dass der Schutz von Nutzerdaten nicht unbedingt die Stärke des sozialen Netzwerks ist. Letztlich folgte daraus eine Klage des Washingtoner Generalstaatsanwalts wegen Verstößen gegen Datenschutzregeln. Das könnte die langsam beginnende Datenschutzdiskussion in den USA befeuern. Wer weiß, ob daraus perspektivisch ein amerikanischer Vetter der EU-Datenschutzgrundverordnung folgt, die uns und unsere Kunden in diesem Jahr auf verschiedenste Weise beschäftigt hat.

Neben einigen absurden Auswüchsen wie der Debatte darüber, ob Mieternamen auf Klingelschildern stehen dürfen (Spoiler: Ja, natürlich) schaffte die DSGVO aber nicht nur ein gesteigertes Bewusstsein für Datenschutz, sondern auch ein Bewusstsein bei Unternehmen dafür, dass sie Unterstützung und Beratung brauchen, um derart komplexen Themen Herr zu werden.

Trendthemen und Hypes wurden dieses Jahr ebenfalls auf den Prüfstand gestellt, zusammen mit ein paar Evergreens aus Marketing und PR. Weil wir immer wissen wollen, wo es in der Kommunikation in Zukunft langgeht, unterstützen wir als Digital Communication Partner das weltgrößte Forschungsprojekt zu Unternehmenskommunikation – den European Communication Monitor.

Bei Influencer Marketing schauen viele Unternehmen nun genauer hin, nicht nur aufgrund der Kennzeichnungspflicht. Es geht zunehmend darum, welche messbaren Mehrwerte entstehen – und an welchen Metriken das festgemacht werden kann. Das genauere Hinsehen ist noch aus einem anderen Grund sinnvoll: Erste internationale Artikel zeigen, dass Möchtegern-Influencer Markenkooperationen faken – denn von bekannten Namen gebucht werden, gehört zum Image eben dazu. Diese ganz eigene Art der Kaltakquise kann dafür sorgen, dass Marken Platzierungen teuer zu stehen kommen, für die sie eigentlich gar nicht gezahlt haben. Zudem hält Influencer Kommunikation Einzug in die B2B Welt, wo sich derartige Auswüchse nicht zeigen, die Entscheider aber ebenfalls vor Herausforderungen stellt. Diese beleuchten wir hier in unserer Erhebung zu B2B-Influencer Kommunikation. Klar ist: Auch in diesem Feld kommt Multiplikatoren und eigenen Mitarbeitern als Testimonials eine durchaus bedeutende Rolle zu, die sich gewinnbringend nutzen lässt. Wenn man es richtig und geplant nutzt.

Mit Schwung in das Jahr 2019

Runder lief das Jahr 2018 für die Gewinner – im Wortsinn. Angelique Kerber beendete als Wimbledon-Siegerin eine 22-jährige Durststrecke. 1996 hatte mit Steffi Graf die letzte Deutsche dort triumphiert. Noch mehr Grund zum Feiern hatte nur das Eiskunstlaufpaar Savchenko/Massot, das in Pyeongchang bei den Olympischen Winterspielen nicht nur Gold, sondern auch einen neuen Weltrekord bei der Bewertung holte.

Nicht unerwähnt bleiben darf natürlich noch die interessante Lehrstunde zum Umgang mit kritischen Medien, die uns das Management des FC Bayern während der Leistungsdelle im Herbst erteilte. Wer dachte, die legendäre “Ich habe fertig”-PK von Giovanni Trapattoni sei nicht mehr zu toppen, wurde eines Besseren belehrt. Und so mancher Kommunikations-Profi, dachte sich: Was mag der ehemalige Mediendirektor Markus Hörwick wohl von dieser Inszenierung halten?

Sei’s drum, der FC Bayern hat zum Jahresende wieder die Kurve gekriegt und auch wir hatten zum Jahresende einge Gründe, zu feiern – allerdings ohne Pressekonferenz: Im Herbst und Winter konnten wir eine Reihe von neuen Kunden gewinnen: Unter anderem mit IdeenExpo, HTC oder Cohesity erweitern wir unser Portfolio.

Zum Abschluss dieses ereignis- und erfolgreichen Jahres feierte sich die Fink & Fuchs Belegschaft in der Event-Location Orfeos Erben noch ordentlich selbst. Auf dem Programm stand die Uraufführung von Blue 2 –  ein Film, gedreht von unseren Mitarbeitern für unsere Mitarbeiter – sowie die anschließende Preisverleihung an herausragende Darsteller.  Wie beim Oscar-Vorbild gab es dabei gewissermaßen auch einen Preis für das Lebenswerk: An Stephan Fink, der gemeinsam mit Martin Fuchs die Agentur Fink & Fuchs vor 30 Jahren gegründet hat. Mit dem 1. Januar 2019 setzt Stephan Fink den nächsten Meilenstein im Generationswechsel und übergibt den Vorstandsvorsitz an Alexandra Groß.

Fink & Fuchs Jahreschronik

Einige der zahlreichen Ausgezeichneten der “Fink & Fuchs Oscar Night”

2019 werden uns zahlreiche Tech-Trends weiter begleiten: Der digitale Arbeitsplatz, die Industrie 4.0, KI und die durch sie fortschreitende Automatisierung. Daraus können Impulse folgen, die für Augmented Reality, Virtual Reality und Sprachassistenten den nächsten Reifeschritt auslösen. Denn auch hier wird es darum gehen, welchen Mehrwert sie in der Breite liefern können und welche der Ideen, die sie in ihren Nischen beflügeln, sie weiter tragen.

Angesichts der globalen politischen, wirtschaftlichen, klimatischen und daraus letztendlich resultierenden persönlichen Herausforderungen kann manchem beim Blick nach vorne schon ein bisschen Angst und Bange werden. Das hat uns dazu veranlasst, die Initiative “Zukunftsoptimisten” zu starten. Hier geben uns Menschen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven Anlässe, trotzdem optimistisch in die Zukunft zu blicken. Oder um es mit dem österreich-britischen Philosophen Karl Popper zu sagen: “Zu Optimismus gibt es keine Alternative”.

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