Digitalisierung bietet Personalmanagern Potenzial für eigene Positionierung

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Mit der Digitalisierung hält die nächste industrielle Revolution in Unternehmen Einzug. Die effiziente Vernetzung von Mensch, Maschine und IT kann dabei für Unternehmen entscheidende Synergieeffekte schaffen. Für Personalmanager stellt sich die Frage, wie sie das Thema Digitalisierung im Unternehmen aktiv mitgestalten können und welche Herausforderungen dadurch in der Arbeitgeberkommunikation entstehen.

Gebündeltes Fachwissen aus Technologie und HR-Management bekamen die Teilnehmer der Jahrestagung des Center for Human Factors (CHF), die am 13.10 in Kooperation mit Fink & Fuchs in Kaiserslautern stattfand.

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Im SmartFactory Lab des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz wurde modulare Produktionstechnik erlebbar.

Als eine der wichtigsten deutschen Forschungseinrichtungen im Bereich Industrie 4.0 bot das Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI) die passende Atmosphäre und Expertise. Nicht nur die Besichtigung des „SmartFactory Lab“, das Einblicke in die zukünftige Handhabung von modularen Arbeitsabläufen und der digitalisierten Mitarbeiterschulung bot, verhalf den Personalmanagern zu einem erweiterten Blick auf die eigenen Herausforderungen.

Die Dimension des Fortschritts machte Prof. Detlef Zühlke als Vertreter des DFKI am Beispiel des Einsatzes von modularen Produktionssystemen

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deutlich. Erfahrungswerte aus der Praxis mit flexiblen Produktionsstraßen und die Bedeutung von Industrie 4.0 in der Fertigung demonstrierte John Deere. Mit einer innovativen Texterkennungssoftware, die in Echtzeit per Eyetracking Texte übersetzen und markante Stellen hervorheben kann, verdeutlichte Prof. Andreas Dengel das Potenzial für assistiertes Arbeiten und Lernen.

Die Vorbereitung der Mitarbeiter auf solche Entwicklungen wird für Unternehmen daher einen entscheidenden Stellenwert einnehmen, um Akzeptanz oder Ablehnung von Industrie 4.0-Entwicklungen zu beeinflussen. Diese Überzeugung vertritt Prof. Klaus Zink vom Center for Human Factors (CHF). „Personalmanager müssen die Digitalisierung und Automatisierung frühzeitig erkennen und sich im Unternehmen diesem Thema annehmen“, betonte Zink. Und dies gelingt durch Digital Leadership der Personalmanager.

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Personalmanager vor Herausforderungen: Wie sieht die Arbeitgeberkommunikation in Zeiten der Industrie 4.0 aus?

„Die Basis zur erfolgreichen Lösung der digitalen Herausforderungen liegt in einem Kulturwandel innerhalb der Unternehmen“, beschrieb es Andreas Scheuermann, Experte für Arbeitgeberkommunikation bei Fink & Fuchs und bestätigt: „Personalmanager können in einer Querschnittsfunktion eine strategisch entscheidende Rolle im Unternehmen bei der Digitalisierung einnehmen, wenn sie sich frühzeitig damit beschäftigen.“

Aber auch Aus- und Weiterbildungseinrichtungen stehen in der Pflicht, wie es Prof. Martin Eigner zusammenfasste. „Lehre und Praxis müssen auf Basis einer interdisziplinären Aus- und Weiterbildung zusammenarbeiten, um Mitarbeiter auf die Arbeitswelt in der Industrie 4.0 vorzubereiten“, fasst es Erwin Lebon, Vizepräsident des BPM, zusammen. Eine Aufgabe mit unternehmensweiten Auswirkungen.

Wie diese Auswirkungen die Arbeitsweise der Personalmanager beeinflussen werden, ist nicht abschließend zu sagen. Fakt ist: Die Digitalisierung wird dazu führen, dass Mensch und Maschine enger zusammenarbeiten werden. Arbeitnehmer werden diese Entwicklungen akzeptieren und Arbeitgeber diese begleiten müssen. „Mitarbeiter müssen auf den zunehmenden Einsatz von Technologie mit regelmäßiger, offener und dialogorientierter Arbeitgeberkommunikation vorbereitet werden“, fasst es Andreas Scheuermann zusammen. Eine Mammutaufgabe für die HR und der erste Schritt auf dem Weg zur neuen Unternehmenskultur, die eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit der digitalen Transformation unverzichtbar macht. Grund genug für das CHF und Fink & Fuchs, die Thematik bei der nächsten Jahrestagung 2016 fortzusetzen.

 


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