Digitale Transformation – Wie digital ist Deutschland?

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Quelle: Studienbericht “D21 – Digital – Index” der Initiative D21/TNS Infratest, S. 30

“Mit dem D21-Digital-Index führen wir eine neue Währung zur Messung des Status-quo der digitalen Gesellschaft in Deutschland ein. [Sie] erlaubt es, in nur einer Kennzahl den Digitalisierungsgrad Deutschlands und seiner Bundesländer abzubilden. Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft haben damit die Chance, neue Programme und Initiativen zielgruppenspezifisch auszurichten“, so Robert A. Wieland, Vizepräsident der Initiative D21 und Geschäftsführer der TNS Infratest GmbH, bei der Veröffentlichung des neuen D21-Digital-Indexes 2013 der Initiative D21 am vergangenen Montag.

Denn wie digital die Deutschen sind, hängt nicht alleine davon ab, ob sie einen Internetzugang haben oder nicht. Entsprechend bezieht der neue Index erstmals mehrere Ebenen mit ein, deren Ausprägung in Summe ein realistisches Bild des tatsächlichen Digitalisierunggrads in Bezug auf die Digitale Transformation zeichnet. Neben dem “Digitalen Zugang“, der den technischen Zugang, die Hardware- und Breitbandnutzung untersucht, werden folgende Faktoren ebenfalls bei der Berechnung berücksichtigt:

  • Digitale Offenheit” – Einstellung der Bevölkerung zu digitalen Themen, Offenheit für Neuerungen, Ängste und Befürchtungen in der digitalen Welt
  • Digitale Kompetenz” – inhaltliches Wissen der Bürgerinnen und Bürger zu digitalen Themen, technische Kompetenz, Medienkompetenz
  • Digitale Nutzung” – Nutzungsintensität und Nutzungsvielfalt der Bürgerinnen und Bürger am Computer und im Internet

Insgesamt verfügt Deutschland mit 51,2 von 100 Punkten über einen mittleren Digitalisierungsgrad. Wenig überraschend: Männer weisen mit 55,2 Punkten einen deutlich höheren Indexwert auf als Frauen, studierte Bürger sind mit 61,3 Punkten digitaler unterwegs als solche mit Hauptschulabschluss und je höher das Haushaltsnettoeinkommen, desto höher ist auch hier der Wert, bei mehr als 3.000 Euro konnten 63,9 Punkte ermittelt werden. Eher schwach ausgeprägt ist die Gruppe der über 70-Jährigen mit 26,6 Punkten. Besonders digital unterwegs sind die Menschen in Nordrhein-Westfalen (57,7 Pt.), Bremen (52,8 Pt.) und Schleswig-Holstein (52,3 Pt.), das Schlusslicht bildet Sachen-Anhalt mit 40,5 Punkten.

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Verteilung der Nutzertypen über die Gesamtheit der Befragten. Quelle: Studienbericht “D21 – Digital – Index” der Initiative D21/TNS Infratest, S. 12/13

Interessant ist vor allem die Einteilung der Bürger in sechs Nutzertypen. Vom “smarten Mobilisten”, über den “vorsichtigen Pragmatiker” bis hin zum “Außenstehenden Skeptiker” ist alles dabei:

  • Typ 1 “Außenstehender Skeptiker”: durchschnittl. 63 Jahre alt; eher weiblich; niedrige formale Bildung; nicht (mehr) berufstätig, geringes Monatseinkommen; nutzt eher selten das Internet und sieht wenig Vorteile in der Nutzung; ist mit einem einfachen Handy zufrieden
  • Typ 2 “Häusliche Gelegenheitsnutzer”: eher weiblich; im Schnitt 44 Jahre alt; niedrige bis mittlere formale Bildung; geht keiner bezahlten Tätigkeit nach; lebt in
    einem Haushalt mit drei und mehr Personen; nutzt das Internet rege und meist zur Internetrecherche; ist nur oberflächlich mit neuen Technologien vertraut, schaut lieber öffentlich-rechtliche Nachrichten oder Dokumentationen im TV
  • Typ 3 “Vorsichtiger Pragmatiker”: eher weiblich; im Schnitt 43 Jahre alt; berufstätig; Einkommen eher im mittleren bis niedrigen Bereich; nutzt das Internet sehr bedacht, um seine persönlichen Daten zu schützen; bevorzugt als Informationsquellen klassische Medien wie regionale Tageszeitungen sowie Radionachrichten
  • Typ 4 “Reflektierter Profi”: im Schnitt 41-Jährige; eher männlich; gut ausgebildet; hohes monatliches Einkommen; nutzt das Internet, mit welchem er sich proaktiv und kritisch auseinandersetzt, vor allem übers Notebook; recherchiert meistens; besucht gern Preisvergleichsseiten; Online-Shopper; nutzt rege Büroprogramme
  • Typ 5 “Passionierter Onliner”: überwiegend männlich; im Schnitt 37 Jahre alt; hohe formale Bildung; beruflich engagiert; sehr an Internet und Technologiethemen interessiert; kann sich ein Leben ohne Internet nicht vorstellen; Internet spielt nicht nur im Berufs-, sondern auch im Privatleben eine wichtige Rolle; Breitbandnutzer; mag mobile Medienprodukte wie z. B. Tablets; nutzt neben den gängigen Anwendungen auch Online-Banking, liest in Blogs und Foren
  • Typ 6 “Smarte Mobilist”: eher männlich; durchschnittlich 32 Jahre alt; berufstätig oder Schüler; besitzt ein Smartphone und nutzt dieses durchschnittl. 16 Stunden am Tag; nutzt das Internet mobil; in sozialen Netzwerken unterwegs; Internet ist Informationsmedium Nummer 1

Weitere Details und Zusammenhänge können dem 76-seitigen Berichtsband entnommen werden, der kostenlos zur Verfügung steht.


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