Alles dreht sich um die Content Strategie

CSF-Kommunikation-Content-StrategieDie Digitalisierung wird in den nächsten Jahren nicht nur die Unternehmen radikal verändern, sondern auch Agenturen müssen sich wandeln, wenn sie nicht mit herkömmlicher Pressearbeit oder platter Werbung in der Commodity-Falle landen wollen. Die Digitalisierung wird die Unternehmenskommunikation und das Marketing in Sachen Content-Strategie nachhaltig verändern. Das gilt nicht nur für Inhalte und Strategie, sondern auch für Personal und die Organisation von Agenturen und Kommunikationsabteilungen.

Denn eines ist klar: Je populärer soziale Netzwerke werden, je mehr Kommunikationsprozesse ins Netz wandern und je genauer Suchmaschinen wie Google arbeiten, umso größer wird die Bedeutung von interessanten und relevanten digitalen Inhalten für Unternehmen, Institutionen und Organisationen bei der Kommunikation mit ihren Zielgruppen. Und genau darum ging es bei der Content-Strategy-Forum-Konferenz 2014: Wie  Inhalte – also Contents – entwickelt, gestaltet und genutzt werden und was zu guter digitaler Kommunikation in Unternehmen und Organisationen gehört.

Unter dem Motto „Content Connects – Shaping the Future of Digital Corporate Communications and Marketing“ diskutierten vom 1. bis 3. Juli mehr als 250 internationale Experten und Teilnehmer über aktuelle Content-Strategie- und Content-Marketing-Projekte. Nach Stationen in Paris, London, Kapstadt und Helsinki, fand die Konferenz erstmals im deutschsprachigen Raum statt.

Am 1. Juli startete das Event im Frankfurter Presseclub mit Workshops. Experten wie Klaus Eck, Prof. Thomas Pleil (Hochschule Darmstadt) oder Nico Brünjes (Leiter Frontend-Entwicklung bei Zeit Online) vermittelten in kleinerem Rahmen ihre Erfahrungen.

An den beiden darauffolgenden Tagen gaben Vorträge und Diskussionen vor größerem Publikum in der Union-Halle im Frankfurter Ostend exklusive Einblicke in aktuelle und künftige Content-Strategie-Projekte. Im Fokus standen dabei wiederum die veränderten Anforderungen an Unternehmenskommunikation und Marketing im digitalen Zeitalter. Zum Programm gehörten beispielsweise Vorträge von Bosch, eBay, E-Plus, der Europäischen Kommission, Facebook, IBM oder Nestlé.

Content-und-Strategie-Content-Strategy-ForumFür mich besonders interessant waren die von Dr. Michael Schmidtke vermittelten Einblicke in die Content-Strategie von Bosch.

Der digitalen Kommunikation kommt beim Stuttgarter Elektronikkonzern eine stark wachsende Bedeutung zu. So verfügt der Konzern bereits heute über mehr als 500 Webseiten, 350 offizielle Social-Media-Auftritte und 200 Apps – Tendenz steigend.

Entscheidend sei jedoch, dass Bosch in der Lage ist, schnell und kompetent seine Stakeholdern mit relevanten Inhalten zu versorgen und – wo angesagt – auch in den Dialog gehen zu können. Dafür wurde eine Content-Strategie erarbeitet, um inhaltlich einheitlich und widerspruchsfrei kommunizieren zu können. Ein wichtiges verbindendes Element ist dabei ausgefeiltes “Storytelling”, das einen Bogen zwischen unterschiedlichen Produktbereichen, Länderangeboten, aber auch zwischen den verschiedenen digitalen Plattformen schlägt.

Hier habe Bosch beispielsweise viel von Online Games gelernt, bei denen die User immer in permanenten “Loops” sind, um von einem auf das nächste Level zu gelangen, so Michael Schmidtke, Director Digital Communication der Bosch-Gruppe. “Storytelling” sei inzwischen so offen angelegt, dass die Stakeholder über verschiedene “Storyloops” je nach Interesse in ähnlicher Weise auf unterschiedliche Ebenen gelangen können. Dabei können sie auch selbst zu “Storytellern” werden und Inhalte nicht nur teilen, sondern anreichern und selbst weiterentwickeln. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die “Bosch World Experience”, bei der man sich als einer von sechs “Bosch Explorern” bewerben konnte, um “Technik fürs Leben” an verschiedenen Bosch-Projekten rund um die Welt zu erleben. Schmidtke nannte es “vom Storytelling zum Storydoing”.

Auch unser Kunde Hahnemühle war mit von der Partie und referierte darüber, wie ein mittelständisches Unternehmen den digitalen Wandel managt und dabei neue Wege im Content Marketing beschreitet.

Ansonsten gab es unter dem Stichwort “Big Data” sehr interessante Beiträge rund um die zunehmende Bedeutung von Daten als Grundlage für Content-Strategien oder Content-Entwicklung sowie die Distribution von Inhalten oder das Community Building.

Nicht zuletzt gab es viele spannende Diskussionen und Vorträge zu allen Fragen der Digitalisierung in Marketing, Kommunikation und anderen Unternehmensbereichen, auf der Bühne oder im kleinen Kreis am Rande des Forums. Ingesamt eine äußerst gelungene Veranstaltung mit vielen hochkompetenten Teilnehmern. Es hat sich gelohnt, dabei gewesen zu sein.

Mein Fazit:  Wer die Digitaltrends verschläft und in klassischen Handlungsmustern verharrt, darf sich nicht wundern, wenn die Kommunikation seines Unternehmens langsam ins Leere läuft und vielleicht auch mal ein Karriereknick ansteht.

PS: Die beste mir bekannte Zusammenfassung zum Event haben die PR-Studenten der Hochschule Darmstadt geschrieben.

Und a propos Studenten: Wer sich für das Thema Content Strategie bzw. Content Marketing interessiert, dem empfehle ich auch die Lektüre der Hausarbeit “Das Potenzial von Content Marketing für die Unternehmenskommunikation” von Annemarie Salewski, Studentin Masterstudiengang Communication Management, Universität Leipzig, die wir vor wenigen Tagen veröffentlicht haben.


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