„Social Media – Qualität geht vor Quantität“

Image pflegen, Reichweite erhöhen, Dialog führen und Themen beobachten – die Vorteile sozialer Medien und Netzwerke liegen auf der Hand. Doch mit welchen Inhalten sollen die einzelnen Kanäle schnell und zielgerichtet gefüttert werden? Wie werden die unterschiedlichen Kommunikationsplattformen sinnvoll orchestriert und welche Möglichkeiten bietet Social Media Monitoring? Diese Fragen standen im Zentrum des diesjährigen Social Media Roadtrips am vergangenen Donnerstag.

Drei „Stationen“, drei Schwerpunkte, so das Konzept: Bereits zum dritten Mal luden wir ein, um Einblicke zu gewähren, Tipps für die Praxis zu liefern und aktuelle Themen der Social-Media-Kommunikation zu diskutieren. Neben der Koordination der Inhalte und Themen („Social Content Management“) waren „Social Media Monitoring“ und die Orchestrierung der Plattformen und Kanäle („Social Media Hubs“) die Leitthemen des Abends.

Durch alle Vorträge zog sich vor allem ein Experten-Ratschlag: „Qualität geht vor Quantität“. Egal, ob es um die Wahl der geeigneten Kanäle, um Inhalte, die Zahl der erreichten Follower und Fans oder Keywords für das Monitoring geht. Es bringe nichts, jeden Tag 10 Posts auf Facebook einzustellen und auf jeder Plattform präsent zu sein, wenn der Inhalt oder der Kanal nicht auf die dahinter stehenden Ziele einzahlt. Was interessiert meine Zielgruppe? – das ist die entscheidende Frage, auf der die Strategie aufsetzt.

Die richtigen Keywords sind das A und O

Gleichzeitig sei auch die Ressourcenfrage eine entscheidende, beispielsweise beim Monitoring: „Technische Tools bieten Hilfestellung, bringen aber nichts, wenn die Ergebnisse nicht ausgewertet werden und auf Rückschlüsse für die eigene Kommunikationsarbeit keine Taten folgen“, so Kathrin Faust, Social Media Expertin und Leiterin des Geschäftsbereichs Online/Social Media bei Fink & Fuchs PR. „Ich muss mir im Vorfeld Gedanken machen, welche Ergebnisse ich erzielen möchte. Der Filter ist wichtig, denn wer kann und will monatlich 10.000 oder Social-Media-Qualitaet-geht-vor-Quantitaetmehr Ergebnisse auswerten? Die richtigen Keywords sind das A und O. Wer hier nicht sauber arbeitet, kann sich den Aufwand für das Monitoring direkt sparen.“

Für Unterhaltung sorgten beispielhafte Auswertungen zur Fußball-Europameisterschaft 2012, die mit dem Tool Salesforce Radian6 erstellt wurden: Wer war Torjäger Nummer eins, wer hatte den größten Share-of-Voice im Social Web und welcher Fußballer sorgte mit seiner Frisur für die meiste Diskussion? Für diejenigen, die erstmal kleine Schritte machen möchten, wurde eine Vielzahl kostenloser Tools vorgestellt: Twazzup, Netvibes, Google oder Hyper Alerts eignen sich gut, um einen ersten Überblick zu gewinnen, was zum eigenen Unternehmen oder zu relevanten Themen im Social Web gesprochen wird.

Blick hinter die “Social-Media-Kulissen”

Neben der theoretischen Basis präsentierten die Referenten zahlreiche Beispiele aus der Praxis. So zeigten unsere Social Media Expertinnen Carolin Frick und Jessica Martens, wie die redaktionelle Arbeit hinter den „Social-Media-Kulissen“ aussieht. „Klare Zuständigkeiten sowie Kontinuität in Planung und Umsetzung sind erfolgsentscheidend. Wichtig ist dabei, die Perspektive aus der ‚Wir über uns’-Kommunikation in Richtung der Interessen unserer Zielgruppen zu verändern“, so Carolin Frick.

„Wir dürfen uns nicht nur mit den eigenen Produkt- und Unternehmensthemen befassen. Wir müssen auch sehen, welche aktuellen Geschehnisse geeignet sind, um sie mit den Inhalten unserer Kunden zu kombinieren.“ Dazu zeigten die beiden, wie es funktioniert, sich systematisch den „Themenkosmos“ eines Unternehmens zu erschließen. Denn jedes Unternehmen hat seine eigene(n) Geschichte(n) und die gilt es im Vorfeld zu ermitteln. Und schließlich ging es auch um das Wie und Wann: Welche Inhaltstypen eignen sich gut für Social Media und zu welcher Uhrzeit werden die meisten Menschen erreicht?

Als zentrale Lösung zur Orchestrierung der Kanäle und Plattformen stand an der dritten Station der Social Media Newsroom. Anhand eines Erfahrungsberichts wurde gezeigt, wie für den Kunden Fonic eine solche Plattform aufgebaut ist und welches System sich dahinter versteckt: „Wordpress eignet sich extrem gut. Das Content Management System ist nicht nur sehr flexibel in der Anpassung, sondern auch besonders anwenderfreundlich“, so Sebastian Heitzmann, Webdesigner bei Fink & Fuchs PR. In einem kleinen Ausblick wurden die Trendtools Instagram und Pinterest gezeigt. „In den USA ist Pinterest inzwischen weit verbreitet. Es lohnt sich, das Tool im Auge zu behalten, denn meist kommt der Durchbruch neuer Tools in Deutschland etwa anderthalb Jahre später als in den USA. Pinterest gibt es seit einem Jahr, also haben Sie noch ein halbes Jahr zur Vorbereitung“, so Heitzmann mit einem Augenzwinkern.

„Die Vorträge haben mir gezeigt, dass wir etwas machen müssen. Aber bevor wir loslegen, werden wir uns wirklich erst einmal hinsetzen und überlegen, was wir erreichen wollen und welche Ressourcen dafür notwendig sind“, so ein Teilnehmer beim anschließenden Get Together. „Das Format des Social Media Roadtrip als Entdeckungsreise funktioniert wirklich gut. Die Mischung aus Impuls und Diskussion, gepaart mit unseren Einblicken und Erfahrungen aus der Praxis, sorgen dafür, dass jeder Besucher etwas für seine Planung oder Umsetzung in Sachen Social Media mitnehmen kann“, resümiert Michael Grupe, der als Vorstand bei Fink & Fuchs PR für den Bereich Online-Kommunikation & Social Media verantwortlich ist. „Ich bin mir jetzt schon sicher, dass wir auch im kommenden Jahr einen Social Media Roadtrip veranstalten werden.“


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