Social Media Newsrooms – From Push to Pull

Fonic Newsroom Screenshot Fink FuchsDem veränderten Mediennutzungsverhalten geschuldet, verbreiten sich Nachrichten heute nicht mehr in erster Linie über klassische Medien. Online-Portale wie Spiegel oder Focus Online genießen zwar nach wie vor eine hohe Reputation – Ihre Rolle als Gatekeeper haben sie jedoch weitestgehend eingebüßt. Foren, Blogs, Twitter und soziale Netzwerke wie Facebook und XING spielen bei der Meinungsbildung eine zunehmend größere Rolle.

Diese Entwicklung bietet Unternehmen neue Chancen, über diese neuen Kanäle ihre Stakeholder zu erreichen. Zwar spielt die Pflege von Journalistenkontakten weiterhin eine wichtige Rolle, doch es kommen neue “Meinungsmittler” wie Blogger oder Twitterer hinzu, die wiederum ein ganz anderes Informationsbedürfnis haben.

Umso bedeutsamer wird die Frage: Wie kann die Schnittstelle zwischen Unternehmen, Journalisten und den neuen Playern möglichst effektiv gestaltet werden? Die Antwort ist der Social Media Newsroom. Das „Social Media“ in der Bezeichnung bezieht sich dabei nicht nur darauf, dass darin die Inhalte der Social-Media-Kanäle präsentiert werden. Vielmehr sind zwei Aspekte zentral: 1. Bietet der Newsroom die Möglichkeit, die klassischen Inhalte eines Pressebereichs – Meldungen, Bild- und Videomaterial – einfach online hochzuladen und gebündelt der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig ist eine dynamische Integration bestehender Social-Web-Präsenzen wie Twitter, Facebook, YouTube oder Flickr möglich, so dass eine übersichtliche Plattform mit allen Infos rund um das Unternehmen entsteht.

So werden Interessenten die wichtigsten Informationen über eine Vielzahl unterschiedlicher Kanäle geboten. So kann der Besucher des Newsrooms selbst entscheiden, über welchen Kanal er zukünftig die Nachrichten das Unternehmens bezieht. 2. Lassen sich die Inhalte über “Social Action Buttons” schnell und leicht weiterverbreiten. Diese Möglichkeiten unterscheiden einen Newsroom von einem gewöhnlichen Online-Pressebereich, denn mit einem reichhaltigeren Informationsangebot kann der Newsroom neben Pressevertretern und Bloggern auch Bewerber, Kunden und Interessenten adressieren. Typische Inhalte eines Newsrooms sind unter anderem:

  • Pressemeldungen und/oder Social Media Releases
  • Fotos (i.d.R. über Flickr eingebettet)
  • Videos (i.d.R. über YouTube eingebettet)
  • Live-Stream neuester Beiträge aus Twitter, Facebook oder eigenem Blog
  • Präsentationen und Whitepapers (i.d.R. über Slideshare eingebettet)
  • Pressekontakt mit Bild, direkten Kontaktdaten und XING-Profil
  • Veranstaltungskalender
  • Eine Tag Cloud mit den gängigsten Schlagworten als zusätzliche Navigationshilfe
  • Links zu weiteren Informationen

adobe-Newsroom-Etat-Fink-FuchsDass sich Social Media Newsrooms ideal dazu eignen, alle Inhalte des eigenen Unternehmens übersichtlich zu präsentieren, hat inzwischen eine wachsende Zahl an PR-Verantwortlichen in Deutschland erkannt. Für unseren Kunden Adobe etwa haben wir einen Social Media Newsroom entwickelt, der nicht nur alle unternehmenseigenen Social-Media-Aktivitäten abbildet, sondern auch eine Übersicht zu internationalen Adobe-Blogs mit interessanten Zusatzinformationen zu Adobe-Themen und -Produkten bietet. Neben klassischen Pressemeldungen sind multimediale Inhalte, eine Terminübersicht und Hintergrundinformationen integriert, Top Themen werden über eine prominente “Bühne” angeteasert.

Mit diesem Projekt haben wir 2011 den Deutschen Preis für Onlinekommunikation 2011 gewonnen. Unsere Kunden Fonic und Computacenter sind diesem Beispiel gefolgt, bei weiteren Kunden sind Newsrooms bereits in der Entwicklung. Unserer Studie Social Media Governance zufolge liegen unsere Kunden damit im Trend: Nahezu 25 Prozent der Befragten planen die Installation eines Newsrooms (Folie 39). Dass auf Nutzerseite Bedarf besteht, wird unter anderem durch die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des PR-Dienstleisters news aktuell bestätigt: Für die Recherche stehen als Quelle neben E-Mail, eigenen Archiven und Nachrichtenagenturen mit 78 Prozent Suchmaschinen und Unternehmenswebsites (32 %) hoch im Kurs. Zudem reicht Journalisten eine reine Textmeldung längst nicht mehr aus. Gefragt sind Bilder (85 %), weiterführende Links (76 %), Hintergrundinformationen als PDF (72 %),  Infografiken (70 %) und Videos (25 %). All diese Informationen serviert ein Social Media Newsroom auf dem Silbertablett.


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