Studie identifiziert Trends der Wissenschaftskommunikation

wissenschaftskommunikation_trendstudie_coverDas Netz ist das neue Leitmedium der Wissenschaft, so eine der Kernthesen der in dieser Woche veröffentlichten “Trendstudie Wissenschaftskommunikation” des Deutschen Forschungszentrums für Wissenschafts- und Innovationskommunikation innokomm, unserem Partner für Fragen rund um Innovationskommunikation. Der Studie zufolge muss die Wissenschaft lernen, mit den neuen Möglichkeiten des Web 2.0 umzugehen, Potenziale zu entdecken, zu nutzen und Risiken abschätzen zu können. Die Sensibilisierung müsse wesentlicher Bestandteil der Aus- und Weiterbildung künftiger Wissenschaftler sein.

Für die Trendstudie befragten die Forscher 326 Wissenschaftskommunikatoren, im Anschluss diskutierten 30 Experten aus Wissenschaft und Praxis die Lösungsansätze. Mit dabei war auch unser Vorstandsvorsitzender Stephan Fink. Basis der Untersuchung waren Fragen wie “Wo steht die deutsche Wissenschaftskommunikation heute, angesichts fundamentaler Veränderungen im Mediensystem, zwei Jahre nach der Finanz- und Wirtschaftskrise? Was sind aktuell die größten Herausforderungen, welches viel versprechende Lösungswege?”

Hier ein kurzer Überblick zu den laut Studienseite wichtigsten Ergebnissen:

Durch Transparenz zu einer neuen „Kultur der Kommunikation“

Die ganze Bandbreite gesellschaftlicher Gruppen soll künftig im Sinne einer „Scientific Citizenship“ einbezogen werden. Hierfür muss die noch immer vorherrschende mediale Konzentration auf Forschungs-Ergebnisse mit neuen Formaten aufgebrochen werden, die authentischer zwischen ergebnis- und prozessorientierter Perspektive hin- und herschalten. Auch die Wissenschaft selbst ist jedoch gefordert, die Relativität des von ihr erzeugten Wissens transparenter zu machen.

Selbstverständnis und Anforderungsprofil des „Kommunikators“ wandeln sich zum Mediator

Eine nachhaltige Wissenschaftskommunikation geht schon heute weit über die „Verpackungsindustrie“ klassischer PR hinaus. So wird sich Vermittlungsleistung künftig stärker daran bemessen, ob auch innerhalb der eigenen Institution die Puzzleteile transdisziplinär zusammengesetzt werden, anstatt bloß Projektergebnisse zu verbreiten oder Markenpflege zu betreiben. Dies ist vor allem eine Herausforderung für die PR-Aus- und Weiterbildung. Statt die eigenen Themen durch verengte Informationskanäle zu zwängen, ist ein „Agenda Surfing“ auf gesellschaftlich-politischen Wellen gefragt. Als Kehrseite der PR-Professionalisierung wird es künftig außerdem immer wichtiger, koordiniert und kooperativ zu kommunizieren.

Grundlegende systemische Veränderungen

Die geltenden Kriterien für Mittelvergabe, Evaluation und Berufung berücksichtigen die Kommunikation der Forscher mit einer breiten Öffentlichkeit kaum. Neue Anreizsysteme müssen erwogen werden, die eine „Kultur der Kommunikation“ als Katalysatoren fördern. Eine der größten Herausforderungen liegt hierbei in der Mess- und somit Vergleichbarkeit von Kommunikationsleistung. Dies wird mittelfristig zu einer Debatte über Normen und standardisierte Ergebnismessungen führen sowie kurzfristig spezielle Audits erforderlich machen.


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