Social Media Governance – mehr als Guidelines

Aus meiner Sicht kein schlechter Begriff – Social Media Governance – für einen Fragenkomplex, der uns in unserem Beratungsalltag immer häufiger begegnet. Die sich beschleunigende Diffusion von Social Media in alle Bereiche der Gesellschaft konfrontiert Unternehmen oder Verwaltungsinstanzen mit einer wachsenden Zahl offener Fragen, die durchaus geeignet sind, die Begeisterung für die wunderbaren Möglichkeiten des Web 2.0 zu dämpfen.

Wie schaffen es Unternehmen, Social Media erfolgreich in die eigene Organisationen zu integrieren? Wie gelingt es den Verantwortlichen in Unternehmen, dass Gesetze, verpflichtende organisatorische Anforderungen oder Branchen-Kodizes nicht via Social Media verletzt oder unterlaufen werden? Oder wie sorgen Unternehmen dafür, dass aus den Social Media Aktivitäten von Mitarbeitern kein Schaden für die eigene Karriere oder das Unternehmen entsteht? Wie gelingt es einem Unternehmen, über das Empowerment der eigenen Mitarbeiter eine zukunftsgerichtete Organisation aufzubauen, die mit der sich beschleunigten Entwicklung der Netzgesellschaft Schritt hält?

Social Media Governance beginnt bei der Frage nach Social Media Guidelines, reicht über die Entwicklung tragfähiger Strategien und die Definition klarer Verantwortlichkeiten bis hin zur zielgerichteten Entwicklung der Medienkompetenz vom Mitarbeitern für den Umgang mit der neuen Medien- und Arbeitswelt. Gerade bei Letzterem besteht, wie vielfältige Studien belegen, noch jede Menge Nachholbedarf und aus meiner Sicht durchaus auch eine Fürsorge- und Aufklärungspflicht der Arbeitgeber. Letztlich gilt es die Mitarbeiter in den verschiedenen Unternehmensbereichen (F&E, Produktion, Marketing, PR, Vertrieb, HR, Finanz, ….), auf einen Lernprozess einzustimmen, der die Chancen von Social Media ausschöpft und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmen sichert. Bei der Gestaltung des dafür erforderlichen Rahmens sind Unternehmer und Manager gefordert. Erfreulicherweise scheinen dies – nicht zuletzt aufgrund der breiten Medienberichterstattung – immer mehr Verantwortliche zu erkennen.

Die Komplexität und der Facettenreichtum des Themas sprengen mit Sicherheit den Rahmen eines Blog-Beitrags und reichen weit über die oft diskutierten Aspekte des Marketing und der Kommunikation hinaus. So ist es nicht verwunderlich, dass auch Unternehmensberater immer stärker in die Debatte einsteigen und erfreulicherweise auch ihr Wissen teilen.

Eine interessante Website zum Thema ist http://socialmediagovernance.com des Accenture-Beraters Chris Boudreaux (Twitter), auf der es jede Menge guter Beispiele zu Social Media Guidelines von Unternehmen aus den verschiedensten Branchen, eine Studiendatenbank, sowie regelmäßig nutzwertige Anregungen gibt. Mit Sicherheit eine gute Quelle, für diejenigen, die sich auf den geforderten Lernprozess einlassen möchten oder ihr Know-How auch in dieser Richtung weiter entwickeln möchten.

Ergänzung vom August 2010Studie Social Media Governance 2010 – Ergebnisbericht


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4 thoughts on “Social Media Governance – mehr als Guidelines

  1. Pingback: saysaysay – DER Digital Media Blog » Change Management 2.0 – Social Media im Unternehmen
  2. Pingback: Integrierte Kommunikation in Zeiten von Social Media (Gastbeitrag von Stephan Fink) | Das offizielle Blog zum LPRS>>Forum
  3. Pingback: Wann gehören Social Media Accounts dem Arbeitgeber? | blog.FFPR.de
  4. Gut zu wissen, dass man bei Accenture, nach dem Kick von Tiger Woods, nun offenbar noch Mittel gibt, um Tralala-Blogs auf die Beine zu stellen.

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