Trendforschung für die Unternehmenskommunikation nutzen

FF-Interview-Trendforschung--Michael-Grupe-René-Massatti-Unternehmenskommunikation

Die Beobachtung und Einordnung von Trends gewinnt für die strategische Ausrichtung der Unternehmenskommunikation zunehmend an Bedeutung. Michael Grupe sprach mit Rene Massatti, Head of Strategy bei TrendOne, über die Trendforschung und die Aufgaben eines Trendanalysten:

M. Grupe: „Herr Massatti, auch wenn Sie Ihr Erfolgsgeheimnis in der Trendforschung sicher nicht verraten wollt, wie schafft Ihr es, jeden Monat eine solche Vielzahl neuer Trends zu identifizieren?“

R. Massatti: „Durch unser über 10 Jahre gewachsenes internationales Trend-Scout Netzwerk mit über 80 Scouts in 22 Sprachregionen, die für uns jeden Monat im Durchschnitt 1.500 Innovationen aus aller Welt identifizieren.“

M. Grupe: „Wir leben in einer Welt, die sich rasend schnell verändert. Was unterscheidet denn eine Idee von einem Trend?“

R. Massatti: „Ideen sind das Salz des Lebens, ohne sie würde die Wirtschaft nicht voran kommen. Jeder von uns kennt das: es bedarf des richtigen Impulses, um neue Ideen in unseren Köpfen entstehen zu lassen. Aus einer Idee wird ein erstes Konzept, aus einem Konzept ein Prototyp oder ein Business Plan, bei guten Ideen aus vielen Business Plänen oder Prototypen von unterschiedlichen Playern allmählich ein Trend. Ideen sind also die Basis, um Konzepte zu realisieren, die in ihrer Vielzahl vielleicht mal ein Trend werden.“

M. Grupe: „Nach welchen Kriterien lassen sich Trends bezüglich ihrer Relevanz bewerten und einordnen?“

R. Massatti: „Das hängt von der Trend-Ebene ab. Bei Micro-Trends bewerten unsere Analysten nach folgenden Kriterien: Neuigkeit, Intelligenz, Leistungsstärke und Potential zur Strukturveränderung, Macro-Trends lassen sich hinsichtlich ihrer Relevanz für Branchen oder Unternehmen bewerten, bei technologie-orientieren Trends kommt als wesentliches Kriterium die Einschätzung der Umsetzbarkeit hinzu.“

M. Grupe: „Was hältst Du von dem Modell der Zukunftsforschung, Trends auf einer Art Lebenszyklus zu verorten, wie es Gartner beispielsweise mit seinem Hypecycle tut?“

R. Massatti: „Viel. Visualisierungen sind ein wichtiges Kriterium für Einordnung und Einschätzung von Trend-Konzepten. Die Welt wird immer komplexer, die Vielzahl an unterschiedlichen Strömungen überfordert uns alle teilweise. Modelle wie der Gartner Hypecycle oder das TRENDONE Trenduniversum helfen bei der Orientierung. Die Einschätzung und Ableitung der Prognosen und Bewertung der Chancen für die Realität in der eigenen Branche oder im eigenen Unternehmen muss aber letztendlich jeder selber machen. Natürlich gerne mit unserer Unterstützung (lacht).

M. Grupe: „Mit welchen Trends sollten sich Kommunikationsexperten in den kommenden Jahren besonders auseinandersetzen?„

R. Massatti: „Da fällt mir natürlich vieles ein, aber eine Entwicklung finde ich besonders spannend: Predictive – und Ambient Intelligence. Smarte digitale Agenten in Verbindung mit künstlicher Intelligenz und Robotic. Diese Kombination wird viele Bereich unseres Lebens beeinflussen, weil wir Informationen nicht mehr suchen werden, sondern sie uns aufgrund unseres Verhaltens immer mehr von Maschinen vorgeschlagen werden. Gerade noch SciFi, bald schon Alltag.“

M.Grupe: „Herr Massatti, vielen Dank für das Gespräch.“

Weiterführende Informationen:

Rückblick auf den Inspiration Jam 2014

René Massatti, Head of Strategy, TrendOne

René Massatti beschäftigt sich seit Jahren mit der Zukunft des Marketings und dem Einsatz von Trends in der Kommunikation. Im Rahmen seiner Tätigkeiten hat er bereits zahlreiche internationale Preise gewonnen (Effie Gold, Österreichischer PR Staatspreis, Effie CEEMAX). Zusätzlich ist der Trendspezialist Dozent an der Wirtschaftsuniversität Wien und an der Donau-Universität Krems.


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