Wiedereinstieg nach fünf Kindern und 12 Jahren Elternzeit

Wiedereinstieg Fink & Fuchs Arbeitgeber flexibles Arbeiten

Ilka Deike-Dehnert (50) startete im letzten Jahrtausend als PR-Beraterin bei Fink & Fuchs in Wiesbaden und verstärkt nun seit Mai 2018 das Marketing-Team von Fink & Fuchs.

Ilka, wie weit im Voraus hast Du Deinen erneuten Einstieg bei Fink & Fuchs geplant?

Gar nicht. Arbeiten war so weit weg, und ein Wiedereinstieg daher absolut nicht im Fokus. Die letzten 12 Jahre habe ich mit meiner 7-köpfigen Familie verbracht. Da war ich mit ganz anderen Themen beschäftigt und hatte keine Zeit, an meinen Job und die Fortsetzung der Karriere zu denken. Auch wenn ich mich über die regelmäßigen Einladungen zur Weihnachtsfeier der Agentur gefreut habe – ich konnte sie selten wahrnehmen.

Was hat dann letztlich den Ausschlag gegeben, dass Du doch wieder eingestiegen bist?

Da war zuerst der Anruf aus der Personalabteilung, als meine Elternzeiten dem Ende zugingen. Ich kam dann zu einem unverbindlichen Gespräch, um einfach mal zu hören, was für beide Seiten anliegt. Aus der geplanten Stunde wurde dann fast ein ganzer Vormittag. Es hat richtig Spaß gemacht zu hören und zu sehen, wie sich Fink & Fuchs in den letzten 12 Jahren verändert hat. Als mir dann unser Personalvorstand über den Weg lief und mich fragte, was ich bräuchte, um wieder einzusteigen, habe ich das direkt als Angebot verstanden und mir ernsthafte Gedanken über einen Job gemacht. Ich war total überrascht! Vor allem von mir.

Was war Dir dann wichtig, um wieder einen Job nach so langer Zeit anzunehmen?

Da mein jüngstes Kind erst fünf Jahre alt ist, kam für mich erstmal nur eine Position in Teilzeit in Frage. Und um ein wenig mehr Flexibilität zu haben, standen interne Projekte auf meinem Wunschzettel, zum Beispiel Projekte im Eigen-Marketing von Fink & Fuchs.

Was hast Du denn bei Fink & Fuchs gemacht, bevor Du in Elternzeit gegangen bist? Konntest Du da überhaupt anschließen?

Ich war Senior PR Beraterin und Unit-Leiterin und habe mit Stephan Fink damals die ersten Projekte im Eigen-Marketing angestoßen. Dabei ging es erstmal um Speaker Opportunitites und Berichterstattung in den PR-Branchen-Medien. Fink & Fuchs wurde damals so nebenbei zu einem weiteren kleinen Kunden von mir.

Das klingt nach einem fast nahtlosen Wiedereinstieg. Wie lange musstest Du überlegen?

Das ging alles recht schnell. Innerhalb von sechs Wochen war der Deal perfekt und im Mai 2018 habe ich dann offiziell nach meiner Elternzeit wieder angefangen.

Und wie hat sich das für Dich angefühlt?

Ich war total aufgeregt, immerhin war die Agentur ja drei bis vier Berater-Generationen weiter und ich kam mir ein wenig wie ein Dino vor. Aber auch in der Kommunikation selbst hat sich viel verändert in den 12 Jahren.

Was waren für Dich größten Veränderungen?

Erstmal in der Kommunikation: die Medienlandschaft hat sich ja ziemlich gewandelt. Zahlreiche Medien gibt es gar nicht mehr, auch die Journalisten sind teilweise andere – und auch wesentlich jünger! Von Social Media hat bei meiner ersten Elternzeit noch niemand gesprochen. Das gilt auch für Themen wie Fake News. Generell hat sich der Kommunikationsmix sehr verändert. Das war schon eine große Herausforderung für mich. Allerdings haben meine Kinder mir eine umfassende Social-Media-Ausbildung verpasst. Als Mutter kommt man da nicht drum herum. Bei Fink & Fuchs gehört das für mich nun fast schon zum Alltag. Und meine Kinder finden es cool!

Ist Fink & Fuchs noch der Arbeitgeber, den Du von früher kanntest?

Fast alles ist anders! Die Mitarbeiterzahl hat sich verdoppelt – wir zählen derzeit rund 80 Mitarbeiter und haben mit Berlin einen dritten Standort dazubekommen. Auch das Kundenportfolio hat sich von IT hin zu wesentlich mehr Branchen verändert. Und damit auch die Aufgaben. Als ich in Elternzeit gegangen bin, war unser Schwerpunkt Medienarbeit und heute sind wir eine Full-Service-Kommunikationsagentur. Es gibt keine Berater-Teams mehr und auch viel weniger Hierarchien.
Es war für mich wie ein Sprung in ein bekanntes, aber doch kaltes Wasser. Natürlich hatte ich bei den ersten Projekten, die bei mir auf dem Schreibtisch landeten, Herzklopfen und eine leichte Aufregung. Aber das hat sich nach wenigen Tagen schnell gelegt.

Das klingt nach einem Kommunikationsprofi durch und durch. Auch wenn so vieles neu war. Konntest Du trotzdem auf „altes“ Wissen zurückgreifen?

Ja klar, wenn man das Handwerk einmal gelernt hat, hat man es schnell wieder parat. Die Herausforderung ist eher, sich in die neuen Facetten des Kommunikationshandwerks einzuarbeiten. Mir bleiben ja keine 12 Jahre Zeit dafür, das musste schon schneller gehen (lacht). Aber ich lerne jeden Tag Neues dazu und es macht nach wie vor einen Riesenspaß!

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Wie haben die Kollegen reagiert?

Rund 20 Prozent der Kollegen kannte ich noch, das war klasse! Und die haben mich aus einer Mischung aus Faszination und Entsetzen angeschaut. Scherz beiseite: Ich hatte tolle Gespräche mit vielen Kollegen, die genau wissen wollten, wie sich das nach 12 Jahren wieder anfühlt. Das waren sehr nette und teilweise auch lustige Gespräche.

Welches Feedback bekommst Du denn von Deiner Familie?

Die drei „Großen“ haben mich sehr darin bestärkt, wieder zu arbeiten. Die Kleineren wollten wissen, ob ich denn abends auch wirklich zuhause sei. Gemeinsames Abendessen und die Gute-Nacht-Geschichte sind Pflicht, da darf nichts dazwischen kommen. Aber das kriegen wir gut hin. Die ganze Familie hat sich sehr schnell an die neue Situation gewöhnt.

Was war denn Dein beeindruckendstes Erlebnis?

Ich war kaum zwei Wochen da, da haben die Kollegen schon gefragt, wann ich zusätzliche Stunden draufpacken könnte.

Und?

Das braucht noch ein wenig Zeit, aber vorstellen kann ich mir das für die Zukunft schon. Das war für mich aber ein großes Kompliment und ich hatte fast schon vergessen, wie sich Feedback im Job anfühlt – richtig gut!


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