Wann gehören Social Media Accounts dem Arbeitgeber?

Mit einem sehr schönen Beitrag in ihrem Blog hat Dr. Kerstin Hoffmann unter dem Titel „Dein Twitter gehört dir nicht!“ die Frage behandelt, welche Rechte haben eigentlich User an ihren Social Media Accounts und den darin befindlichen Daten wie Texten, Bildern oder Videos und vor allem den gesammelten Kontakten. Insbesondere im Fall, dass eine Plattform schließt, aufgrund von „AGBs“, Willkür oder Verstoß gegen Regelungen ein Account geschlossen wird oder wegen Fehlbedienung oder Sabotage gelöscht wird. Fazit: Die Mitglieder der Social Networks sitzen da an einem ganz kurzen Hebel.

Ich möchte die Diskussion an dieser Stelle um zwei weitere wichtige Aspekte ergänzen.
Langsam beginnen die Rechtsstreitigkeiten um „Account-Namen“ in Social Networks, wie jüngst beim Twitter-Namen Mannheim . Das betrifft Domain-Grabbing, Markenrechte und und und … Ich erwarte hier eine Wiederholung der Diskussionen aus den frühen 90er Jahren, als das World Wide Web seinen Siegeszug startete und bei Tausenden von Domains geklagt wurde.

Noch viel spannender finde ich die langsam immer häufiger gestellte Frage „Wem gehören Social Media Accounts, die beruflich genutzt werden?“ Dem Mitarbeiter oder dem Arbeitgeber? Auch hier erwarte ich – da meist noch entsprechende Regelungen fehlen – eine langsam wachsende Zahl an Auseinandersetzungen, die in den USA schon heute zum Alltag gehören. Einen guten Beitrag zum Thema hat hierzu Dr. Birte Keppler auf „rechtzweinull.de verfasst. Fazit: Auch wenn bislang noch einschlägige Referenzurteile fehlen, ist bei rein dienstlich betriebenen Accounts davon auszugehen, dass der Arbeitgeber eine Übergabe des Accounts inklusive der darin enthaltenen Daten fordern kann!

Unternehmen empfehle ich an dieser Stelle bei Social Media Aktivitäten möglichst frühzeitig für Klarheit zu sorgen. Ein paar Anregungen gibt hierzu auch mein Beitrag “Social Media Governance”. Wie immer freue ich mich auch über Kommentare.

7 Kommentare:

  1. Pingback: Datensicherung und -sicherheit in sozialen Netzen | Web 2.0 in Theorie und Praxis.

  2. Good article Thank you so much Your site is very useful for me .I bookmarked your site!

  3. Stephan Fink says:

    Danke für die Blumen ;-) das freut das wachsende FF-Blogger-Team Stephan Fink

  4. Es ist immer schwierig als Dienstleister ein neutrales Urteil abzugeben. Trotzdem sei hier mal meine persönliche Meinung verewigt: “Was Stephan Fink und Jens Niemann hier im Weblog treiben, ist wirklich cool. Bin inzwischen eine intensiver Leser und freue mich, dass hier so hochwertiger Content zu lesen ist.”

    Zum Inhalt:

    Jens: Genau aus diesem Grund solltet Ihr einen eigenen Microblog aufsetzen. Dann ist das wirklich Euer Content. Irgendwann habe ich mal einen Tweet gelesen, der hier wirklich gut passt: “Are you doing more for Twitter and Facebook, than they are doing for you?”

    Ich werde demnächst selbst dazu mal was veröffentlichen. Hier behaupte ich erstmal: “Niemals direkt bei Twitter posten. Das ist in vielen Fällen “minderwertig” und bestenfalls praktisch.”

  5. Pingback: Datensicherung und -sicherheit in sozialen Netzen « FCT Berlin – DAS Blog!

  6. Pingback: Online-Besitztümer: Über Mein und Dein im Social Web « daniel rehn – digitales & reales

  7. Thomas says:

    Holla, ja das wird ne ganz heisse Kiste, aber ich gehe mal davon aus, dass sich die Betreffenden gütlich einigen, das hilft beiden Seiten.
    Habe schon von ein paar Accounts gehört,die verkauft wurden, also denkbar ist das schon.!

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